Menü
Kritik an Schließung von Außenstelle
Klein Mittel Groß

Caritasverband Kritik an Schließung von Außenstelle

Der Caritasverband Südniedersachsen will die Duderstädter Außenstelle des Sprachheilkindergartens St. Hildegard im Juli auflösen. Betroffene Eltern und Förderschullehrer bedauern und kritisieren die Entscheidung.

2001 wurde die Außengruppe des Sprachheilkindergartens am Euzenberg eingerichtet, jetzt wird sie wieder aufgelöst.foto: Wenzel

Quelle: Harald Wenzel

Duderstadt. Es sei den Kindern kaum zuzumuten, täglich nach Göttingen fahren zu müssen, sagt Vera Nowack-Rudkowski. Ihr Sohn wechsele im Sommer in einer Regelkindergarten, sie spreche aber auch für andere betroffene Eltern. „Weil Kinder im Caritas-Neubau in Göttingen fehlen, sollen dort Kinder aus Duderstadt für Auslastung sorgen“, mutmaßt die Mutter. In Duderstadt gebe es keine echte Alternative zu der teilstationären Einrichtung mit ganzheitlicher Therapie. Die Entscheidung zur Auflösung der Außenstelle sei eine Woche vor dem Elternsprechtag und damit den auch vor den Neuanmeldungen und der Kenntnis des aktuellen Bedarfs gefallen, die Eltern vor vollendete Tatsachen gestellt worden, meint Nowack-Rudkowski. Der Fahrdienst sei noch ebenso ungeklärt wie die Übernahme von Therapeuten.

„Wo bleibt das Wohl der Kinder?“, fragt sich auch Förderschullehrerin Petra Hublitz. Mit Schließung der Außenstelle sei eine intensive Betreuung der oft massiv sprachauffälligen Kinder vor Ort nicht mehr gegeben.

Um Verständnis wirbt Ralf Regenhardt vom Caritasverband. Der Sprachheilkindergarten mit derzeit 32 Plätzen im Caritas-Centrum St. Godehard in Göttingen und acht Plätzen in der erst 2001 eingerichteten Außengruppe in Duderstadt sei seit Jahren defizitär und nicht ganzjährig vollständig belegt. Mit der Reduzierung von 40 auf 32 Plätze werde der erhebliche Organisations- und Zeitaufwand für Leitung und Betrieb der Kleinsteinheit in Duderstadt beendet: „Wirtschaftlich wäre sonst die Gesamteinrichtung nicht zu halten.“ Diese Entscheidung habe nichts mit dem Neubau in Göttingen zu tun, sei ein langwieriger Prozess gewesen und nicht an den Elternsprechtag gekoppelt: „Während die Entscheidung getroffen wurde, hatten wir lediglich für neun Kinder eine verbindliche Zusage.“ Regenhardt verweist auch auf Alternativen wie integrative Gruppen in Regeleinrichtungen und heilpädagogische Gruppen mit therapeutischen Möglichkeiten.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass die Beförderung nach Göttingen zumutbar sei. In Einzelfällen habe es das immer wieder einmal gegeben. Alle Kinder, die den Sprachheilkindergarten in Göttingen besuchen, würden von einem Fahrdienst von zu Hause abgeholt und wieder zurückgebracht, versichert Regenhardt. Mitarbeiterinnen im Gruppendienst würden Beschäftigungsalternativen angeboten, alle betroffenen Familien bei der Umstrukturierung beraten und begleitet.

E-Mail facebook twitter google+WhatsApp
Voriger Artikel: Patrick Moritz neuer Hauptgeschäftsführer
Nächster Artikel: Ministerin konnte kein MRT erzwingen

Kommentare im Forum