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Zukunft für den ehemaligen Knast
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„Canal Q“ Zukunft für den ehemaligen Knast

Aus der ehemaligen Justizvollzugsanstalt am Waageplatz soll ein Hostel und das Innenstadtviertel am Leinekanal aufgewertet werden. Einen Förderantrag auf EU-Mittel hat die Stadt inzwischen eingereicht.

Aus der ehemaligen Justizvollzugsanstalt am Waageplatz soll ein Hostel und das Innenstadtviertel am Leinekanal aufgewertet werden. Einen Förderantrag auf EU-Mittel hat die Stadt inzwischen eingereicht.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Nach Vorstellung von Dietmar Linne und Peter Rossel von der Beschäftigungsförderung Göttingen soll in der ehemaligen JVA ein Hostel und ein „multifunktionales Beratungs-, Qualifizierungs- und Kulturzentrum“ entstehen. Gleichzeitig soll das Quartier, das den Arbeitstitel „Canal Q“ trägt, um den Waageplatz, dem Platz der Synagoge, an der Stockleff-Mühle und am Stadttor Nord-Ost entwickelt und aufgewertet, „städtebauliche Missstände“ beseitigt werden, wie Linne und Rossel im Sozialausschuss vorgestellt haben.  Ziel sei es, dass in allen Bereichen Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose mitarbeiten und die Bürger an dem Projekt beteiligt werden. So könne ihre „soziale und berufliche Integration“ gefördert und „extremistische Einstellungen durch gegenseitiges Kennenlernen“ verhindert werden.

 Fünf Millionen Euro Förderung haben Linne und sein Team beantragt. Das Budget des Projektes veranschlagen sie auf rund 6,25 Millionen Euro. Im Dezember gab der Rat der Stadt Göttingen gegen die Stimmen von FDP, Piraten und Partei grünes Licht, den Förderantrag bei der EU zu stellen.

 20 000 Euro hat die Erstellung des Konzeptes und der Antrag gekostet. Für Klaus-Peter Hermann (SPD), Vorsitzender des Sozialausschusses, gut angelegtes, auch wenn es mit dem EU-Zuschlag nichts wird. Zumindest habe man nun ein Konzept, auf das die Stadt bei weiteren Planungen zurückgreifen könne.  Eine Entscheidung, ob das Göttinger Projekt in die Förderung kommt, fällt laut Linne im Oktober.  

Nach der Sanierung der JVA soll das Haus, so die Pläne, als gemeinnütziges Hostel mit rund 100 Übernachtungsplätzen betrieben werden, ebenfalls mit der Beteiligung von Flüchtlingen. Laut Projektbeschreibung sind das Deutsche Jugendherbergswerk und die Dehoga als Kooperationspartner am Betrieb beteiligt.

 Ein Teil des Gebäudes soll dann zudem für Kulturveranstaltungen wie etwa Theater, Konzert, Ausstellungen und Seminare genutzt und über Partner wie etwa das Boat People Projekt sollen Anwohner und Geflüchtete beteiligt werden. Schließlich ist geplant, in dem Haus auch Beratungsangebote, etwa Sozialberatung, Arbeitsmarktberatung oder Gründungsberatung  unterzubringen. Partner seien hier, so die Konzeptbeschreibung, das Migrationszentrum der Diakonie und die Beschäftigungsförderung.

 Unumstritten ist das Projekt im Viertel aber nicht: Anwohner hatten unlängst kritisiert, vor vollendete Tatsachen gestellt worden zu sein, ohne dass informiert noch in den Planungsprozess einbezogen wurde. Aus Reihen des neuen Bürgerforums Waageplatz-Viertel hieß es, dass etwa ein Hostel gar nicht ihren Bedürfnissen in dem Viertel entspräche. Ihre Vorschläge für die Nutzung der ehemaligen JVA reichten von Sporträumen über eine Bibliothek und Werkstätten bis hin zu Bandräumen und bezahlbarem Wohnraum.

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