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Winzer pflanzen erste Reben
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Wein aus Göttingen Winzer pflanzen erste Reben

Göttingens Weinbauern wollen den niedersächsischen Weinmarkt erobern und haben die ersten Reben gepflanzt. Auf ihren Anbauflächen in Lenglern wächst demnächst erstmals Wein - dafür hat Michael Winkler rund 1 200 und Jürgen Jenssen rund 4 500 Reben gepflanzt.

Quelle: Richter

Lenglern. URL:Zwei Göttinger Winzer wollen niedersächsischen Weinmarkt erobern und pflanzen erste Reben

Beide hatten sich bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung um Anbauflächen für Wein beworben. Denn kommerzielle Weinanbau ist durch eine neue EU-Richtlinie seit dem 1. Januar 2016 und durch wärmere Temperaturen in Niedersachsen möglich. Winkler bekam 2,85 Hektar, Jenssen 1,2 Hektar. Da nur 8,5 Hektar verteilt wurden, ist durch diesen Zufall bei Göttingen das größte Weinanbaugebiet Niedersachsens enstanden.

Winkler startet vorsichtig in sein erstes Weinjahr. „Wir machen erstmal den Testacker mit 1 000 Reben“, erklärt Ehefrau Dunja Winkler. 200 Riesling- und 1 000 Solaris-Reben pflanzt die Familie auf einen halben Hektar. Über den vorgefrästen Boden spannen sie eine Schnur und bereiten mit zwei Spatenstichen ein Pflanzloch für die Rebe. Nachdem diese ins Erdreich gesteckt wurde, wird sie vorsichtig festgetreten und mit Erde angehäufelt. „Die dürfen nicht hohl liegen, weil sie sonst austrocknen“, sagt Michael Winkler.

Weinanbau in Niedersachsen

Niedersachsen darf seit dem 1. Januar 2016 Weinregion sein. Für den kommerziellen Weinanbau hat die Europäische Union grünes Licht gegeben. 8,5 Hektar hat das Land Niedersachsen dafür bereitgestellt – 3,05 Hektar werden von zwei Neu-Winzern in Lenglern bewirtschaftet. Für Niedersachsen gilt allerdings immer noch kein Weingesetz. Erst dann darf „Niedersachsen“ als neue geografische Ursprungsbezeichnung aufgenommen und die Weine entsprechend deklariert werden. wes

Frost fürchten die Neu-Winzer nicht: Der Riesling keime bei den kalten Temperaturen sowiso noch nicht und die Solaris-Reben lagern sie die nächsten Wochen noch im Kühlhaus. Die Reben setzen sie im Abstand von 1,1 Metern. Dazu packt die ganze Familie mit an und ihre Söhne Marc, Jan und Tom packen mit an.

Als nächstes wollen sie Pflanzstäbe an den Reben befestigen - und abwarten, wie sich die einzelnen Riesling-Reben entwickeln. Michael Winkler hat unterschiedliche Klone gepflanz, um herauszufinden, welcher für seinen Weinberg in Lenglern am geeignetsten ist.

Michael Winkler (hellgraue Jacke) pflanzt mit seiner Familie - Ehefrau Dunja und den Söhnen Marc (rote Hose), Jan (blau) und Tom (rote Jacke) - und dem angehenden Weinbaustudenten Vincent Hermanns Reben.

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Jürgen Jenssen, Inhaber der gleichnamigen Baumschule, ist gleich in die Vollen gegangen und hat 4 500 Reben gepflant. Dazu hat er sich für die Sorten Regent und Hibernal entschieden. „Das ist eine sehr frostharte Sorte“, erklärt er. Er hat ber4eits vor zwei Wochen gepflanz. Die kalten Temperaturen bereiten seinen Reben keine Probleme: „Sie sind ja noch nicht angetrieben“, erklärt Jenssen.

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