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Busfahren in Göttingen ist günstig
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Gutachten über Nahverkehrspreise Busfahren in Göttingen ist günstig

Busfahrkarten sind in Göttingen deutlich günstiger als in Vergleichsstädten, zugleich gibt es Tarife mit überdurchschnittlich vielen Zusatzleistungen. Aber: Es gibt keine Kurzstreckentickets und keine Seniorenangebote. Das ist das Ergebnis eines externen Gutachtens.

Auch wenn der erste Blicke manche schockiert: Im Vergleich ist Busfahren in Göttingen günstig

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Im Auftrag der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) haben Experten das Göttinger Tarifsystem für die Stadtbusse unter die Lupe genommen und mit anderen Tarifen  vergleichen. Die zentrale Frage: Was kann die GöVB tun, um mehr Kunden zu gewinnen. Vorausgegangen waren ein SPD-Vorschlag für ein Kurzstrecken-Ticket und die Idee der Rats-Piraten, Fahrten innerhalb des Walls kostenlos anzubieten.

Für eine objektive Vergleichbarkeit haben die Gutachter Faktoren wie die Kaufkraft, soziales Gefüge und Angebotsvielfalt in den verschiedenen Kommunen berücksichtigt und die Ticketpreise virtuell angepasst. Dabei kommen sie zu folgenden Ergebnissen:

  • Das Tarifniveau liegt in Göttingen deutlich unter den Erwartungswerten. Der durchschnittliche bereinigte Einzelfahrschein kostet zum Beispiel 2,25 Euro, der bereinigte Göttingen-Preis beträgt 2 Euro. Der Preis für Monatskarten liegt im bereinigten Schnitt bei 52,54 Euro, in Göttingen bei 39 Euro.    
  • In Göttingen gibt es umfangreiche Zusatzleistungen wie eine kurzzeitige Rückfahrmöglichkeit bei Einzeltickets, Übertragbarkeit der Bürgerkarte und Mitnahme anderer Fahrgäste zu bestimmten Zeiten. Und Göttingen gibt bei Firmen-, Mehrfahr- und Zeitkarten überdurchschnittlich hohe Rabatte.
  • Göttinger Schülertickets bieten mehr Nutzungsmöglichkeiten auch bei Freizeitfahrten.
  • In Göttingen gibt es - anders als in anderen Städten - kein Kurzstrecken und kein Seniorenangebot.

Für das Gutachten haben die Experten auch Maßnahmen geprüft, mit denen die Göttinger Tarife gerechter und attraktiver gestaltet werden könnten. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Ein Kurzstreckentarif kann neue Kunden locken, sollte aber nur wenige Haltepunkte umfassen, um normale Fahrscheine nicht auszuhebeln. Die GöVB würden dann im Jahr etwa 67000 Euro Verlust machen, aber 27000 Fahrgastfahrten gewinnen.
  • Wenn die GöVB Rabatte für Mehrfahrtkarten senkt, könnte sie 56000 Euro mehr im Jahr einnehmen, würde aber etwa 21000 Kundenfahrten verlieren.
  • Von freien Busfahrten innerhalb des Walls raten die Gutachter ab. Hier seien die Busse meist voll und langsam unterwegs. Damit könne nicht für den ÖPNV geworben werden.
  • Statt mehrerer Sondervorteile in Verbindung mit bisher üblichen Fahrkarten empfehlen die Gutachter sogenannte Plustickets für Sonderleistungen ergänzend zu einem Basistarif. Damit könne die GöVB 57800 Euro mehr einnehmen und die  Nachfrage deutlich erhöhen.

Politische Debatte

Die Ergebnisse der Analyse und ihre Empfehlungen wollen die Gutachter am Dienstag, 23. Mai, im Ratsausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität vorstellen. Stimmen die Mitglieder zu, sollen die GöVB Einzelmaßnahmen „weiter konkretisieren“. Beginn ist um 17.30 Uhr im Neuen Rathaus.

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