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Hyperrealismus von Patrice Larue
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Kunstausstellung Hyperrealismus von Patrice Larue

„Un promeneur dans la vie“ – „Ein Spaziergänger durch das Leben“ – ist der Titel einer Ausstellung, die Bilder des französischen Künstlers Patrice Larue präsentiert. Die Schau, die vor allem Arbeiten im Stil des Hyperrealismus᾽ zeigt, ist bis 7. Juni in der Alten Feuerwache in Göttingen zu sehen.

Quelle: Mischke

Öffnungszeiten

Göttingen. Die Ausstellung „Un promeneur dans la vie“ wird bis 7. Juni in der Alten Feuerwache in Göttingen, Ritterplan 4, gezeigt. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr sowie Sonntag 11 bis 13 Uhr.

 „C618“ ist die Nummer des gelben Taxis, das auf den Betrachter zufährt. Bunte Farbsprengsel beleben die Szenerie, die sich vor allem im Scheinwerferlicht tanzend brechen. Es regnet in New York. Daneben birgt ein Blick hinab auf das Häusermeer der Mega-City, über die sich gerade der Abend senkt, ein unerwartetes Detail. Hell beleuchtete Häuserschluchten leuchten in gelb und rot, fast wie in loderndem Feuerschein.

Autos, Häuserschluchten, regennasse Straßen, Menschen, die in der Anonymität der Großstadt gesichtslos bleiben. Patrice Larue ist ein genauer Beobachter, der das Leben in vielen Details äußerst gekonnt einzufangen versteht. Aber der französische Maler, der viele Jahre in der Werbung für internationale Unternehmen gearbeitet hat und Illustrationen von Plattencovern für Künstler wie Jacques Brel, Johnny Hallyday und Eric Clapton geschaffen hat, geht einen Schritt weiter. Larue, der wie er selbst sagt, seine Malerei „immer mit einem Spaziergang beginnt, um diese besonderen Augenblicke einzufangen“, versteht es, den exakten Realismus aufzubrechen, ihm Leben einzuhauchen, mit Licht und Farbe zu spielen und Atmosphäre zu zaubern.

Zur Person

Patrice Larue , 1950 in Paris geboren, ist Absolvent der Ecole Nationale Superieure des Arts in Paris, Maler, Graphikdesigner, Art-Direktor, Bildhauer, Fotograf und Akkordeonspieler. Etwa 20 Jahre arbeitete er in der Werbung für internationale Unternehmen und schuf Illustrationen von Plattencovern für renommierte Künstler. Larue hat seine Arbeiten bei internationalen Ausstellungen (unter anderem in China, USA, Frankreich, Deutschland) gezeigt sowie - auf Einladung des befreundeten Ehepaares Uschi und Wolfgang Senff - seit 2007 bereits mehrfach in Hann. Münden.

In der Ausstellung sind Werke aus verschiedenen Themenzyklen zu sehen. Und so sind es vor allem die Bilder, in denen Larue seine Heimatstadt Paris malt, die sich durch eine impressionistische Note auszeichnen. Im Vergleich zu der anonymen Geschäftigkeit New Yorks erscheint das Leben in der französischen Metropole weitaus persönlicher, stimmungsvoll und mitunter gar in tänzerischer Leichtigkeit.

Zwei weitere Themenbereiche präsentieren Larues bemerkenswerte Arbeiten im Stil des Hyperrealismus. Fünf Bilder zeigen äußerst wohlgeformte Frauenbeine. Doch die Bildausschnitte zeigen mehr als nur erotisch in Szene gesetzte Beine. Sie stehen für Momente, die ganz privat bleiben. Und sie strahlen subtil das Selbstbewusstsein schöner Frauen aus. Daneben hängen Arbeiten, die die Anmut schöner Frauennacken festhalten. In Schichten in Acryl, Öl und Lack gearbeitet, fasziniert vor allem die künstlerische Fertigkeit, mit der in einer Kratztechnik die Feinheit menschlicher Haare dargestellt ist.

Larues Musikerporträts komplettieren die Ausstellung. Neben Künstlern wie Michael Jackson und Jimi Hendrix besticht vor allem ein Bild von B.B. King. Das Gemälde des 2005 gestorbenen Musiker vermittelt aus einer gewissen Distanz die Illusion einer Fotografie, der in ihrer Tiefenschärfe sogar Lebendigkeit innezuwohnen scheint, die allerdings bei näherer Betrachtung dann auch Larues meisterliche Malweise zeigt.

Von Karola Hoffmann

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