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Ein Garten als Begegnungsstätte
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Eine Oase des Friedens Ein Garten als Begegnungsstätte

Am Ortsrand von Friedland, idyllisch an der Leine gelegen, befindet sich der FriedlandGarten. Hier sollen Flüchtlinge aus dem nahen Grenzdurchgangslager (GDL) Friedland ihre Sorgen vergessen und beim gemeinsamen Gärtnern mit den Einheimischen in Kontakt kommen.

Am Ortsrand von Friedland, idyllisch an der Leine gelegen, befindet sich der FriedlandGarten. Hier sollen Flüchtlinge aus dem nahen Grenzdurchgangslager (GDL) Friedland ihre Sorgen vergessen und beim gemeinsamen Gärtnern mit den Einheimischen in Kontakt kommen.

Quelle: Hinzmann

Die Idee zu dem Projekt sei ihr vor zwei Jahren gekommen, erzählt Heidrun Mitze vom Verein „Ländliche Erwachsenenbildung in Niedersachsen“ (LEB), die das Projekt betreut. „So viele Flüchtlinge sind hier und wissen nicht, was sie den ganzen Tag machen sollen“, habe sie sich damals gedacht. Um ihnen eine Beschäftigung zu geben und gleichzeitig eine Begegnungsstätte mit der einheimischen Bevölkerung zu schaffen, habe Mitze schließlich den interkulturellen Gemeinschaftsgarten ins Leben gerufen. Dieser befindet sich in der Trägerschaft der LEB, die das etwa 8000 Quadratmeter große Grundstück von einem lokalen Obstbauern gepachtet hat.

Finanziell gefördert wird das Projekt von dem EU-Programm LEADER, einem Programm zur Förderung des ländlichen Raumes, sowie der Gemeinde Friedland und dem Nothilfefonds des Bistums Hildesheim. 130000 Euro Fördermittel erhalte der FriedlandGarten über drei Jahre verteilt, erklärt Mitze.

Anstatt den ganzen Tag in der Flüchtlingsunterkunft nachzugrübeln, können die Geflüchteten Beete anlegen und pflegen, Bäume und Sträucher pflanzen und Unkraut jäten, erläutert Mitze die Grundidee: „Eben alles, was zur Gartenarbeit dazu gehört.“ Etwa vier bis fünf Leute arbeiteten hier täglich, sagt die Projektbetreuerin. Zwar seien auch schon ein paar neugierige Einheimische aus den umliegenden Dörfern da gewesen sowie Kindergärten und Schulklassen. Die Friedländer nutzten den Garten jedoch noch nicht so intensiv, so Mitze.

Am Freitag trafen sich dann Vertreter der Förderorganisationen vor Ort, um das Gelände zu besichtigen und selber etwas zu pflanzen. Zu den Unterstützern der ersten Stunde gehört auch Martin Weimann von der Caritas Friedland, der durch den Garten führte. Er sei so oft wie möglich hier und helfe tatkräftig bei der Arbeit mit, erzählt er. Die Idee habe ihm sofort gefallen. „Ich muss aber gestehen, dass ich am Anfang auch etwas naiv an die Sache herangegangen bin“, sagt Weimann. So habe er zunächst die Bereitschaft zum aktiven Mitmachen unter den Flüchtlingen überschätzt. Mittlerweile funktioniere es jedoch ganz gut.

Die Meisten seien „Kontingentflüchtlinge“ aus Syrien, die im Zuge des „Türkei-Deals“ aufgenommen  worden seien, erklärt Weimann. Andere kämen aus dem Irak, Afghanistan, Sudan oder Ruanda. Aus diesem zentralafrikanischen Land kam auch der 27-jährige Jean-Claude nach Friedland. „Wenn ich hier bin, kann ich mich mit anderen Leuten treffen“, erzählt er in bereits gutem Deutsch. Die Gartenarbeit mache ihm Spaß, und hier müsse er nicht über seine Probleme nachdenken, sagt Jean-Claude. Darum will er auch so oft wie möglich in den Garten kommen. „Im Camp habe ich nichts zu tun.“

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