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Lichterkette gegen Erdverkabelung
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Protest gegen Südlink Lichterkette gegen Erdverkabelung

Die Südlink-Erdverkabelung bringt die Bauern auf die Barrikaden. Um ihren Forderungen bei den Verhandlungen mit den Betreibern der Stromtrasse Nachdruck zu verleihen, haben Landwirte am Montagabend landesweit mit ihren Treckern potenzielle Streckenverläufe ausgeleuchtet.

Treckerdemo bei Rosdorf: Bauern leuchten potenzielle Verläufe für die Südlkink-Erdverkabelung aus.

Quelle: Jagielski

Gieboldehausen/Rosdorf. Bei Gieboldehausen und Rosdorf sammelten sich vor Einbruch der Dunkelheit Landwirte, die dem Aufruf des Göttinger Landvolks zu der plakativen Protestaktion folgten - darunter viele Jungbauern. Südlich von Gieboldehausen bildeten knapp 50 Trecker mit Fernlicht und Arbeitsscheinwerfern einen Lichtkorridor als Zeichen des Protests. Die Milchpreise sinken, die Strompreise steigen“, meinte Marius-Maurice Müller (17) aus Mingerode: „Private Netzbetreiber stehen in der Verantwortung.“

„Wir sperren uns nicht gegen das Infrastruktur-Projekt, wollen aber die Auswirkungen abfedern“, sagte Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner. Nach wie vor seien für die Starkstromleitung Trassen durch das Leinetal und das Eichsfeld im Gespräch, die Vorzugsvariante der Netzbetreiber Tennet und Transnet-BW verlaufe an Bilshausen, Gieboldehausen und Duderstadt vorbei nach Thüringen. Im Bereich der Gieboldehäuser Biogasanlage knicke die Trasse in Richtung Süden ab. Vorerst sei ein 1000 Meter breiter Korridor ausgewählt, der genaue Verlauf solle im nächsten Verfahrensschritt geklärt werden.

Die Trasse soll Strom von den Windparks im Norden nach Süddeutschland transportieren. Das Landvolk befürchtet massive Eingriffe in den Boden, Ertragseinbußen und weitere noch nicht absehbare Folgen. Hübner spricht von 150 Betrieben und zahlreichen Grundeigentümern in der Region, die betroffen seien. Als Kernpunkte nennt der Gieboldehäuser Landwirt Markus Gerhardy die Forderung nach dauerhaften Entschädigungen statt einer Einmalzahlung und maximalen Bodenschutz. „Es ist nichts damit getan, dass einfach wieder Boden über dem Kabel liegt“, sagt Gerhardy: „Wir wollen eine Bewertung durch unabhängige Gutachter.“ Die Bodenstruktur werde dauerhaft geschädigt - von der Wasserführung bis zur Nährstoffdynamik, die Folgen der Bodenerwärmung durch die Stromtrasse seien unabsehbar.

Zu weiteren Forderungen, die das Landvolk zu einem Zehn-Punkte-Papier zusammengefasst hat, gehören vorrangige Planung auf öffentlichen Flächen, Nachentschädigungen bei Neuverlegung, Interventionsrecht von Bodenkundlern, Rückbausicherheit und der Einsatz von Technik, die Agrarflächen schont.

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