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Bäume setzen gegen den Klimawandel
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Plant for the Planet Bäume setzen gegen den Klimawandel

Etwa 25 Menschen sind am Sonntagmorgen im Wald bei Bremke zusammengekommen. Kleine Kinder waren mit ihren Eltern dabei, Jugendliche in kleinen Gruppen und Rentner. Sie beteiligten sich an einer Aktion der Schülerinitiative Plant-for-the-Planet und haben an diesem Tag etwa 600 Ahorn-Bäume gepflanzt.

Quelle: PH

Bremke. Rund einen halben Hektar groß ist die baumlose Fläche im Wald neben der Landstraße zwischen Reinhausen und Bremke. Der Borkenkäfer hat hier viele Bäume vernichtet. In unmittelbarer Nachbarschaft war eine Fläche von etwa zwei Hektar befallen. Auch hier soll wieder aufgeforstet werden. 4000 Ahorne und Douglasien müssen dafür in den Boden gebracht werden. Zusammen mit Fichten, die durch sogenannte Naturverjüngung dort wachsen, entsteht dort ein Mischwald, der widerstandsfähiger ist als eine Monokultur, erklärt Olaf Kuhlemann, Initiator der Aktion. Der Kaufmann im Biobereich startete die Plant-for-the-Planet-Gruppe in Göttingen im Jahr 2010. Gesundheitliche Probleme hätten ihn damals belastet, sagt Kuhlemann. Er habe darüber nachgedacht, was er wirklich machen wolle – „einen Baum pflanzen.“ Allerdings habe er das nicht allein machen wollen. „Ich habe selbst Angst vor dem Klimawandel“, sagt Kuhlemann heute. Er will „aus Angst Mut machen“.

7500 Bäume haben Kuhlemann und seine Mitstreiter seit 2010 bereits in den Boden gebracht. Für die Aktion am Sonntag hatten sich 54 Menschen angemeldet, rund die Hälfte ist schließlich in den Wald bei Bremke gekommen. Mitarbeiter des Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Reinhausen betreuen die Gruppe professionell. Sie kürzen die Wurzeln der Setzlinge, während sich das bunte Häufchen der Pflanzer über den Hang verteilt. „Der Boden ist heute perfekt zum Pflanzen“, erklärt Kuhlemann, schön feucht und nicht zu hart.

Auch sein Schwager Carsten Treiber ist aus Borken angereist. „Das ist immer eine gute Aktion“, sagt er. Er pflanzt gemeinsam mit Konstanze Kettenbach. Sie kommt aus Dresden. Das Pflanzen „ist der krönende Abschluss“ ihres Besuchs bei ihrer Großcousine.

Gle-PlantForPlanet,Kinder, Jugendliche und andere pflanzen Bäume für eine bessere Welt im Reinhäuser Wald. Weltweite Initiative "Plant for Planet". Kontakt: Olaf Kuhlemann

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Jana Aliyev und Friederike Bitt, beide 15 Jahre alt, sind durch ihre Erdkundelehrerin am Theodor-Heuss-Gymnasium auf die Pflanzaktion aufmerksam geworden. „Wir wollten mal einen Baum pflanzen, erklärt Aliyev einen ihrer Beweggründe. Bitt steuert einen anderen bei: „Wir wollten was Gutes tun.“ Caroline und Uwe Klinck sind mit ihren Kindern Jakob (3) und Paul (6) gekommen. „Wir wollten den Kindern zeigen, wie viel Arbeit manche Dinge machen – und wie Natur funktioniert.“

Plant for the Planet

Die Aktion Plant-for-the-Planet geht zurück auf das Referat, das der damals neunjährige Felix Finkbeiner im Jahr 2007 in seiner Klasse gehalten hat. Thema war die Klimakrise. Der junge wurde auf die Umweltaktivistin Wangari Maathai aufmerksam, die in 30 Jahren 30 Millionen Bäume pflanzte. Felix meinte, Kinder könnten in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzen. Bei einer Jugendkonferenz in Südkorea 2009 schlossen sich viele Hundert Kinder aus 56 Ländern Plant-for-the-Planet an. Ihr Plan: Sie wollten die Idee von Felix in jedem ihrer Heimatländer umsetzen. Olaf Kuhlemann gründete im Jahr 2010 die Göttinger Gruppe. Sie bildet in Schulen Kinder und Jugendliche zu Klimabotschaftern aus und organisiert zweimal jährlich Baumpflanzaktionen, die über Spenden finanziert werden.

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