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Neun Sieger im Regen
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Preis der Kreis-Sparkasse abgebrochen Neun Sieger im Regen

Aus dem Preis der Kreis-Sparkasse Northeim beim Hardenberger Burgturnier wurde ein ziemlich nasses Weltranglistenspringen. Schlussendlich musste die Prüfung abgebrochen werden: Alle Nullfehlerritte wurden zu Siegern gekürt.

Quelle: Arne Bänsch

Nörten-Hardenberg. Es regnet in Strömen, die Zuschauer haben sich alle auf die überdachten Tribünen verzogen, die Helfer im Parcours ihre Regenponchos überzogen. „Wir machen gleich eine Pause, aber Vladimir Tuganov wollte noch starten“, sagt Arnaud Petit, der den Preis der Kreis-Sparkasse Northeim beim Hardenberger Burgturnier mitmoderiert. Der russische Reiter kommt fehlerfrei durch den Parcours, wird gefeiert für seinen Ritt im Nassen als wäre er schon der Sieger. Schließlich hat er dem sintflutartigen Regen getrotzt – und das erfolgreich.

Und einige Zeit später stellt sich heraus: Er ist wirklich der Sieger, einer von neunen. Denn das Weltranglistenspringen der Klasse S, das gleichzeitig als Qualifikationsprüfung für den Großen Preis um die Goldene Peitsche fungierte, wurde abgebrochen, aus einer langen Pause wurde ein Ende. „Zum Wohle der Pferde“, so die Begründung durch die Moderation, der Boden sei einfach zu nass. „Die Entwässerungsanlage des Platzes gibt ihr Bestes“, sagte Petit noch zwischenzeitig, doch dann schien auch das Ebbe-Flut-System des Reitplatzes nicht genug ausrichten zu können gegen das ganze Wasser auf dem Platz.

29 von 51 Reitern waren bis dahin bereits gestartet, neun fehlerfrei. Sie wären normalerweise in einem Stechen mit einem verkürzten Parcours noch einmal um den Sieg gegeneinander angetreten. Weil das nicht möglich war, würden alle fehlerfreien Teilnehmer gleichrangig platziert, teilte Joachim Geilfus, Teil der Turnierleitung, mit. Damit gebe es neun Sieger. Neben dem Russen Tuganov mit seiner mutigen und scheinbar wettererprobten Stute Sinfonie waren das Michael Hughes, der bereits zuvor im Preis der Hardenberg-Wilthen AG siegreich war, Dirk Klaproth mit Graf Moritz, Christian Kukuk mit Alena, die Nachwuchsprofis Niklas Krieg mit Savita und Gerrit Nieberg mit Quibelle de la Coeur, Felix Haßmann, der vergangenes sowohl den Preis um die Goldene Peitsche als auch das Championat von Nörten-Hardenberg gewann, Tim Rieskamp-Goedeking mit Chaletta und Mynou Diederichsmeier mit Carlucci.

Auf die Tatsache, dass das Springen auch eine Qualifikationsprüfung für den Großen Preis um die Goldene Peitsche am Sonntag war, habe der Abbruch glücklicherweise keinen Einfluss, erklärte Geilfus. Das liege daran, dass es gar nicht mehr internationale Starter für die Goldene Peitsche gebe, als die Anzahl der erlaubten Starter für den Großen Preis betrage.

So gingen die Veranstalter sehr souverän mit der Situation um – die Zwangspause, die sich später als Ende der Prüfung herausstellte, wurde mit Live-Musik verkürzt. Außerdem stimmten die Moderatoren Petit und Wolfgang Kohnen spontan das Lied „Er hat ein knallrotes Gummiboot an“ und dichteten es in „Er hat einen knallroten Regenschirm“ um – saß doch ein einziges Pärchen noch draußen unter einem Regenschirm und trotzte den Wassermengen, die von oben herabkamen. So wurden alle Hartgesottenen belohnt: Das Rote-Regenschirm-Pärchen mit einem eigenen Song, Reiter Tuganov mit einem Sieg.

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