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"Hochpreishochburg" Göttingen
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Studie zu Wohneigentum "Hochpreishochburg" Göttingen

Im Landkreis Göttingen leben rund 45 Prozent der Einwohner in ihren eigenen Immobilien. Im Landkreis Northeim sind es 58 im thüringischen Eichsfeldkreis 65 Prozent deutlich mehr. Das hat eine Studie des Pestel-Instituts in Hannover ergeben. In der Stadt Göttingen gibt es am wenigsten Wohneigentum.

Quelle: dpa

Göttingen. Der Chef des Institutes, Matthias Günther, spricht von einem "Verdrängungseffekt". Vor allem in der Stadt Göttingen sei in Sachen Wohneigentum noch "deutlich Luft nach oben", so Günther. Dort liegt die Eigentumsquote bei nur rund 26 Prozent. Zum Vergleich: Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Eigentumsquote bei knapp 45 Prozent (so wie im gesamten Landkreis Göttingen).

Damit sei Deutschland weit weg von einem „Wohneigentümer-Land“ und lande im Europa-Vergleich lediglich auf dem drittletzten Platz. Das deutliche Stadt-Land-Gefälle bestehe bundesweit. Göttingen allerdings nennt Günther eine "solitäre Hochpreishochburg". Während man in Alfeld ein Einfamilienhaus bereits für 120 000 Euro kaufen können, betrage der Preis in Göttingen für vergleichbare Häuser oft ein vielfaches. Vor allem Familien mit geringeren Einkommen würden dadurch aus den Städten verdrängt. Zudem sei Göttingen als Universitätsstadt einer größeren Fluktuation ausgesetzt und es gebe eine größere Anzahl gemeinnütziger Wohnungen.

Günther spricht von einer neuen Verlierer-Generation: „Insbesondere die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten. Immer mehr von ihnen sind gezwungen, zur Miete zu wohnen. Dabei gehören gerade die Jobstarter und Familiengründer eigentlich zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau“, sagt der Leiter des Instituts. Rund 60900 Menschen dieser Altersgruppe leben im Kreis Göttingen, davon allein rund 29800 in der Stadt Göttingen. Ihre Chance auf Wohneigentum sei stark gesunken: „Bei den 25- bis 40-Jährigen ist die Eigentumsquote innerhalb von zwölf Jahren um 9,8 Prozent zurückgegangen“, so Günther. Er beruft sich dabei auf Zahlen aus dem neuesten Mikrozensus.

Im Landkreis Northeim liegt die Quote über dem Bundesdurchschnitt. Dort gibt es rund 35 700 Wohnungen, die die Eigentümer selbst nutzen -das sind rund 58 Prozent. In der Stadt Northeim beträgt der Wert 53 Prozent. Noch mehr Eigentum verzeichnet das Institut im thüringischen Eichsfeldkreis. Dort gibt es rund 26 100 Wohnungen, für die keine Miete bezahlt werden muss was einer Quote von  62 Prozent entspricht. Im Heilbad Heiligenstadt sind es rund 38 Prozent.

Die Initiative „Wohn-Perspektive Eigentum“, die das Pestel-Institut mit der Regional-Untersuchung beauftragt hat, appelliert an die  Bundestagsabgeordneten der Region, den Wunsch der Bevölkerung nach Wohneigentum ernst zu nehmen. Zur Initiative „Wohn-Perspektive Eigentum“ haben sich unter anderen der beim Hausbau und Wohnungskauf beratende Verband privater Bauherren (VPB), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) zusammengeschlossen.

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